Moritz Liewerscheidt

Experimenteller Film

Tschitrakarna – Das vornehme Kamel

In Vorbereitung: „Tschitrakarna, das vornehme Kamel“ nach Gustav Meyrink (1868–1932).

Dank seiner vollendeten Umgangsformen gelingt es dem Kamel Harry S. Tschitrakarna – seines Zeichens bekennender Ästhet und Dandy – mühelos, innerhalb einer Wohngemeinschaft von Raubtieren zu bestehen. Durch seine Kenntnis der gehobenen Sitten und feinen Unterschiede übt es gar eine gewisse Macht über Löwe, Panther, Fuchs und Rabe aus.
„So spiegelte sich schon nach wenigen Monaten der erlesene Geschmack des vornehmen Kamels überall wider. […] Kurz, überall sproßte Kultur auf und Stil, und bis in die konservativsten Kreise drang modernes Fühlen.“
Doch die Stimmung droht zu kippen, als eine jahreszeitlich bedingte Nahrungsknappheit für mauvais sang unter den Carnivoren sorgt. Wird Tschitrakarna mit seiner Lebensart dem Rückfall in Kannibalismus und Barbarei trotzen können?

Realisiert wird die skurrile Fabel aus „Des deutschen Spießers Wunderhorn“ (1913) als Animationsfilm im Stil der naiven Malerei Henri Rousseaus.

Tschitrakarna © Jenny DamMalerei und Animation: Jenny Dam
Sprecher: Florian Schenkel
Drehbuch und Regie: Moritz Liewerscheidt und Jenny Dam
Produktion: Silberstein Produktion (2020)